Wissenschaft und Pfadfinderarbeit haben Schnittmengen

Einmal inne halten, zurück- und über den Tellerrand schauen, die eigene Arbeit und Einstellung reflektieren, das ist wichtig und ab und zu auch nötig. Man kennt es aus der Pädagogik und aus der  Arbeitswelt überhaupt und man sollte es auch in der ehrenamtlichen Arbeit tun. Ein solches Angebot im Bereich der Pfadfinderbewegung macht regelmäßig die Fachtagung Pfadfinden. Dafür gibt es eine Kooperation, der auch der BdP über den Ring Deutscher Pfadfinderverbände angehört. Die Idee: Erwachsene Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus verschiedenen Bünden treffen sich zu einer von Wissenschaftlern geleiteten Fachtagung und diskutieren das Umfeld der Pfadfinderarbeit  gestern, heute und in Zukunft. Tagungsort war die „Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr, die Schirmherrschaft hatte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, übernommen. 

Die Professoren Dr. Wilfried Breyvogel und Dr. Helmut Bremser, beide von der Universität Duisburg-Essen,  hatten das Thema „Die Pfadfinderbewegung zwischen Jugendkultur und Übergangsritual“ vorbereitet.  Das klingt für alle, die nicht im wissenschaftlichen Diskurs stecken, zwar etwas sperrig, aber genau darin liegt der Reiz der Fachtagung. Die Wissenschaft muss sich in alle Richtungen offen und verständlich zeigen, aber ihre Systematik beibehalten. Und die Teilnehmenden ohne wissenschaftlichen Hintergrund gewinnen unerwartete Erkenntnisse. Dabei hat sich herausgestellt, dass Kaffeepausen und die abendlichen Runden für das Verständnis genauso wichtig sind wie das Programm selbst.   

Und das war höchst anspruchsvoll. Es ging in den Vorträgen um die Jugendkultur, über die Bedeutung der Pfadfinderkluft und um die pädagogischen Leitideen der Stufenpädagogik (Altersstufen) sowie um die Pfadfinderbewegung als kreativer Pol der freiheitlich-demokratischen Entwicklung. Zum Thema Stufenpädagogik gab es außerdem einen Workshop. Schwerpunkt am Sonntag waren dann die Frauen in der Pfadfinderbewegung. Dazu trug intensiv ein „Podium der Generationen“ bei mit Pfadfinderinnen aus fünf Generationen im Alter von 30 bis 92 Jahren (!). Dabei ging es nun kaum wissenschaftlich, dafür aber manchmal sehr emotional zu.    

Die Stiftung Pfadfinden unterstützte das Projekt mit einem Betrag von 1000 Euro.

###PIWIK###